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Teppiche

Teppiche zum Abheben: wollig, motivstark und natürlich

Es gibt sie in tausend Varianten: gewebt, geknüpft, getuftet, mit Motivprints – wir geben Ihnen einen Einblick in die Welt der Bodenwärmer

17.11.2016
Bereitgestellt durch | Sarah Marie Kremer

Ein Teppich ist nicht nur für warme Füße zuständig. Er ist ein wichtiges Dekorationselement, verbindet die einzelnen Komponenten eines Raumes miteinander und unterstreicht Ihren persönlichen Stil. Er kann zurückhaltend sein oder richtig auffallen. Es gibt das bodenständige Multitalent in unzähligen Varianten – hochwertig und aus Seide oder günstig und schlicht.

Wir zeigen Ihnen schöne Teppiche, geben Tipps für den richtigen Einsatz und informieren Sie in einer kleinen Teppich-Kunde über die verschiedenen Herstellungsmethoden.

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Die Regel lautet also: je lebhafter das Interior, desto schlichter sollte der Bodenbelag sein; je puristischer die Einrichtung, desto extravaganter darf der Teppich ausfallen – wie in diesem farbenfrohen Flur: Die wenigen Möbel üben sich zusammen mit der hellen Wandfarbe in Zurückhaltung. Dafür ist der florale Teppich umso auffälliger.

Übrigens muss man heute nicht mehr mit vorgefertigten Teppichmotiven aus dem Handel Vorlieb nehmen; einige Teppichhersteller wie Fototeppich oder Creadecor bieten sogar an, eigene Fotomotive auf Teppiche zu übertragen. Auf diese Weise könnte ein Bild, das Ihnen sehr am Herzen liegt, bald auf dem Fußboden zur Geltung kommen. Und er muss nicht immer eckig sein, der Teppich. Ebenso beliebt sind runde oder ovale Stücke. Und Motiv-Teppiche mit den verschiedensten freien Formen finden sich inzwischen oft in Kinderzimmern.

Bild: Company C

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Zurückhaltender Raumtrenner

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Es gibt viele Möglichkeiten ein Zimmer zu zonieren: das Sideboard, ein Paravent oder Pflanzen als Raumtrenner. Viel einfacher und ebenso effektiv gelingt die Trennung durch Teppichinseln, besonders in offenen Räumen wie diesem: ein großer wollener Bodenbelag grenzt den Wohnraum, zurückhaltend aber deutlich, von der Küche ab.

Bild: Ute Günther INNENARCHITEKTUR & DESIGN

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Neben der Form und Größe eines Teppichs bestimmt natürlich auch die Herstellungstechnik den Look. Gute Teppiche sind Handwerkskunst – Aufwand und Material sind dabei für den Preis ausschlaggebend.

Bild: Siggada Kilims Ltd

Gewebte Teppiche

Das Prinzip ist simpel: Es gibt Schuss- und Kettfaden. Das Muster des Flachgewebes erscheint auf Vorder- und Rückseite, gewebte Teppiche sind also beidseitig verwendbar. Bevorzugte Materialien sind Naturstoffe wie Wolle, Jute, Baumwolle, Hanf, Sisal und Seide. Der klassische Fleckerlteppich ist etwa gewebt.

Gewirkte Teppiche

Bei diesen flachen, leichten Teppichgeweben wird der Schussfaden nicht über die gesamte Gewebebreite in die Kettfäden gefädelt, sondern nur bis an den Rand der angrenzenden Farbflächen läuft und dann zurückgeführt wird. So sind Ornamente und Muster möglich. Die meisten Kelims sind zum Beispiel gewirkt. Die Technik ist verwandt mit der Bildwirkerei aufwändiger Tapisserien.

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Getuftete Teppiche

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Haben ein Grundgewebe, dem durch Garnschlaufen eine dritte Dimension gegeben wird. Während man früher nur in Handarbeit tuften konnte, ist dies inzwischen auch maschinell möglich. Um den Flor zu fixieren, wird seine Unterseite meist gummiert, weshalb Tuftteppiche, anders als Web- und Knüpfteppiche, schwerer zu reinigen sind.

Das Tuftingverfahren gilt heutzutage als das am häufigsten verwendete Verfahren der Teppichherstellung.

Bild: BoConcept Germany GmbH

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Gefilzte Teppiche

Nomadenstämme im Hochland von Kirgisistan verarbeiten die Wolle ihrer Schafe zu Filz und vernähen diese zu Bildern. Diese traditionelle Art, Teppiche zu fertigen, inspiriert gegenwärtig auch junge Designer zu modernen Kreationen aus nachhaltigem Material.

Geknüpfte Teppiche

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Die Faustregel bei geknüpften Teppichen ist einfach: je mehr Knoten, desto wertvoller. Ein Teppichflor entsteht durch das Einknüpfen von Flormaschen auf den Kettfäden. Die Fäden werden Knoten um Knoten über die ganze Breite des Teppichs geknüpft. Je höher die Knotendichte pro Quadratzentimeter, desto feiner und wertvoller der Teppich. Für den Flor wird entweder Wolle oder, für feinere Teppiche, auch glänzende Seide verwendet. Da man mit jedem Knoten die Farbe wechseln kann, ist jedes erdenkliche Muster möglich. Nach Vollendung des Teppichs wird sein Flor mit einfachen Handscheren entweder auf eine einheitliche Länge oder, wie im Bild, dem Muster entsprechend auf verschiedene Höhen gekürzt, so dass ein dreidimensionales Bild entsteht.

Bild: BUERO PHILIPP MOELLER

Tolle Einrichtungsideen für Wohnzimmer

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Geknüpfte Teppiche aus dem Morgenland werden als Perser oder Orientteppiche bezeichnet. Sie bezaubern mit prachtvollen, typisch orientalischen Ornamenten, die seit vielen Generationen überliefert sind. Orientteppiche werden in letzter Zeit wieder immer beliebter. Man begeistert sich für individuelle Einzelstücke und erkennt, dass sich die traditionellen, jahrtausendealten Muster in praktisch alle Einrichtungsstile einfügen lassen, wie dieses Beispiel beweist.

Die bei Orientteppichen verwendeten Dessins sind typisch für eine bestimmte Region. Klassische Perserteppiche haben in der Regel florale Ornamente. Südpersische Nomadenteppiche, Gabbehs genannt, sind eher geometrisch-abstrakt.

Bild: Alan Design Studio

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Die große Frage: Welcher Teppich passt zu meinem Esstisch?

Teppiche aus …Fell

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Ein Bodenbelag, der wunderbar die nackten Füße wärmt und zudem etwas Archaisches ins Heim bringt, ist Fell.

Fell passt eher zu zurückhaltenden, modernen Einrichtungen. Als Teppich eignet es sich auf nackten Steinböden ebenso wie auf Laminat oder Dielen. Ein ganz besonderer Kontrast entsteht, wenn sich Fell zu kalten Oberflächen wie Glas oder Chrom gesellt.

Bild: Holly Marder

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Teppiche aus …Holz

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Ja, die gibt es! Beispielsweise von der Firma Böwer. "Mortimer", entworfen von Elisa Strozyk, wird aus Teak mit blauer Leinenunterlage gefertigt und hat eine einzigartige Haptik. Er setzt sich aus vielen kleinen Drei- und Vierecken zusammen und erregt garantiert dreidimensionales Aufsehen!

Bild: found4you

Pflegetipps

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Ihren Teppich reinigen Sie am effektivsten mit dem Staubsauger. Und entgegen vieler Einwände lassen sich so auch hochflorige Teppiche leicht säubern. Bei kurzem Flor empfiehlt es sich, rotierende Bürsten für den Staubsauger zu verwenden.

Sollte Ihnen mal ein kleines Malheur passieren, muss der Teppich nicht gleich in die Tonne. Mit sanftem Shampoo und lauwarmem Wasser lassen sich beinahe alle Flecken entfernen. In Härtefällen bekommen Sie Flecken durch schnelles Behandeln mit Salz in den Griff.

Dennoch sollten Sie alle paar Jahre über eine professionelle Grundreinigung nachdenken, so dass auch Milben und Co. sich nicht dauerhaft Im Textil einnisten.

Bild: Cadrys

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Dieser Artikel wurde zuerst veröffentlicht auf Houzz .

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